Ausgebremst in der Preußenstraße: Radweg unklar, uneben und unsicher
Im April 2026 richtet sich der Blick der Kolumne "ausgebremst" auf die Preußenstraße, genauer gesagt auf den Abschnitt zwischen den beiden Kreisverkehren am Preußenbahnhof und an der Aral-Tankstelle.

Unklare Beschilderung sorgt für Verunsicherung
Befährt man die Strecke vom Preußenbahnhof kommend, so wird bereits auf den ersten Metern deutlich, dass es an einer durchgängigen und verständlichen Verkehrsführung mangelt. Entlang der Strecke wechseln sich Abschnitte mit und ohne Benutzungspflicht des gemeinsamen Geh- und Radwegs ab. Für Radfahrende bedeutet das: Mal müssen sie den Weg benutzen, mal dürfen sie auf der Fahrbahn fahren. Diese inkonsequente Beschilderung sorgt nicht nur für Verwirrung, sondern auch für Unsicherheit bei allen Verkehrsteilnehmenden.
Ein Radweg, der kaum noch zu erkennen ist
Hinzu kommt, dass der „Radweg“ vielerorts praktisch unsichtbar geworden ist. Einst rot eingefärbt, ist von dieser Markierung heute kaum noch etwas zu sehen. Ohne klare visuelle Abgrenzung ist für Radfahrende wie auch für Autofahrende oft nicht erkennbar, wo der Radverkehr vorgesehen ist. Die ohnehin schmale Führung verstärkt dieses Problem zusätzlich.
Unebenheiten und Schlaglöcher als Sicherheitsrisiko
Die Preußenstraße wird von zahlreichen großen Bäumen gesäumt. So schön dieses Straßenbild auch ist – das ausladende Wurzelwerk hat den Belag des Geh- und Radwegs über die Jahre stark beschädigt. Unebenheiten und Schlaglöcher prägen das Bild und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Besonders problematisch ist die Situation in der Fahrtrichtung vom Preußenbahnhof kommend, wo die Schäden am deutlichsten ausgeprägt sind.
Gefahr durch parkende Fahrzeuge
Ein weiteres Risiko entsteht durch parkende Autos entlang der Strecke. Da diese links des Geh- und Radwegs abgestellt werden, besteht für Radfahrende die Gefahr des sogenannten „Doorings“ – plötzlich geöffnete Autotüren können hier schnell zu schweren Unfällen führen. In Kombination mit der geringen Breite des Weges bleibt Radfahrenden kaum Raum zum Ausweichen.
Forderung des ADFC: Klare und sichere Führung auf der Fahrbahn
Für den ADFC Lünen ist klar: Eine sichere und zukunftsfähige Lösung kann an dieser Stelle nur in einer konsequenten Neuordnung der Verkehrsführung liegen. Der Radverkehr sollte vollständig auf der Fahrbahn geführt werden – deutlich sichtbar und durch eine farbliche Markierung klar vom motorisierten Verkehr abgegrenzt.
Eine solche Lösung würde nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die derzeitigen Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrenden vermeiden. Gleichzeitig entstünde eine eindeutige und verständliche Verkehrsführung für alle Beteiligten.
Fazit
Die Situation auf der Preußenstraße zeigt exemplarisch, dass eine fahrradfreundliche Stadt mehr benötigt als einzelne Schilder oder längst verblasste Markierungen. Entscheidend ist eine klare, durchgängige und sichere Infrastruktur. Der ADFC Lünen fordert daher, den Radverkehr auf diesem Abschnitt konsequent auf der Fahrbahn zu führen und durch gut sichtbare Markierungen zu schützen – damit Radfahrende in Lünen nicht länger ausgebremst werden.
