Frust und Freude beim ADFC zum Masterplan Mobilität

Der Radclub fordert eine Umsetzungstrategie der Unnaer Verwaltung. Das Mobilitätskonzept darf nicht in der Schublade landen.

Das aufwendig erarbeitetet Mobilitätskonzept für die Kreisstadt Unna darf nicht in der Ablage enden, sondern muss in Verwaltung und Politik einen Strategiewechsel einleiten. Das fordert der Unnaer Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC).

Das nun zur Abstimmung stehende Mobilitätskonzept für die Kreisstadt Unna ist in seinen Aussagen von Seiten des ADFC sehr zu begrüßen. Darin heißt es zum Radverkehr: „Ein sicheres und komfortables Netz ohne Lücken ist die Basis des Radverkehrs.“ (S. 37). In zahlreichen Beiratssitzungen wurden der Ist-Zustand ermittelt und sich daraus ergebende Verbesserungsbedarfe abgeleitet.

Dies fand in enger Begleitung eines Planungsbüros,mit den zuständigen Kräften der Stadtverwaltung sowie politischen Vertreter:innen und weiteren Institutionen statt. Erstmals wurden im vorliegenden Masterplan nun verbindliche Regeln aufgestellt, wie die Verkehrsräume in unserer Stadt zukünftig geordnet werden sollen. Dem Umweltverbund wird dabei der Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr eingeräumt. Das ist aus Sicht des ADFC eine gute und richtige Entwicklung hinsichtlich der im Prozess identifizierten Probleme die eine autokonzentrierte Stadt mit sich bringt.

Dennoch hat der ADFC mit der Finalisierung des Konzepts die Sorge, dass sich der Masterplan Mobilität neben andere Konzeptpapiere einreiht, die vor allem eines blieben: Konzepte statt Realität mit Radwegen. Ähnliche Aussagen zu notwendiger lückenloser Fahrradinfrastruktur machte nämlich auch schon das Konzept zum Radzielnetz aus dem Jahr 2016: „Radfahrer brauchen sichere und komfortable Verbindungen … Den Aspekten Verkehrssicherheit, Unterbrechungsfreiheit, Direktheit der Führung und Attraktivität kommen dabei besondere Bedeutung zu.“ Und sogar der Verkehrsentwicklungsplan von 1990 forderte bereits ein lückenloses Radnetz.”Der vorliegende Masterplan ist gut, aber wir müssen darauf achten, dass er auch in die Umsetzung kommt. Dafür braucht es auf Seiten der Verwaltung einen konkreten Ablaufplan wie die vorgeschlagenen Maßnahmen schlussendlich auch Realität werden können.” so Carsten Hellmann, Teil des Sprecherinnenteams vom ADFC Unna zum vorliegenden Masterplan.

Zahlreiche Maßnahmen und Steckbriefe im Konzept sind zur Durchführung für den Zeitraum bis 2030 avisiert. Wir müssen also zügig die Schippe in die Hand nehmen, damit wir uns in ein paar Jahren nicht wieder fragen müssen, warum es mit dem neuen Konzept wieder nicht geklappt hat.

Das Potenzial ist riesig

Neue Studien legen nahe, dass ein Radanteil von bis zu 45 % möglich wäre (Studie des Fraunhofer Instituts vom Mai 2024 auf www.adfc.de). Auch andere Studien (Mobilität in Deutschland von 2017) zeigen, dass die Bereitschaft der Deutschen, das Fahrrad zu benutzen sehr groß ist (2/3 der Deutschen sagen, dass sie gerne Rad fahren), aber nur dann, wenn man Ihnen die Möglichkeit gibt, sicher Radfahren zu können.

Tanja Bork, ebenfalls im Sprecherinnenteam schöpft daher Hoffnung aus dem nun vorliegenden Papier: ”Wir wollen die politischen Ebenen und auch die Verwaltung mit Kräften dabei unterstützen, mutig voranzuschreiten damit zukünftig alle von den Vorzügen des Konzepts profitieren. Dafür erwarten wir entschlossenes Handeln und Verbindlichkeit bei der Umsetzung.”

Das Mobilitätskonzept muss daher zwingend mit einem Organigramm hinterlegt werden, das festlegt, welche Verwaltungsmitarbeitenden bis wann welche Maßnahmen bearbeitet und abgeschlossen haben. Der ADFC wird diesen Prozess kritisch und konstruktiv begleiten und freut sich auf zahlreiche neue, sichere und lückenlose Radwegeverbindungen.


https://kreis-unna.adfc.de/neuigkeit/frust-und-freude-beim-adfc-zum-masterplan-mobilitaet

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