Die glücklichen Preisträger des Deutschen Fahrradpreises 2020. © Andreas Endermann

Die Gewinner des Deutschen Fahrradpreises 2020

 

Nr. 04/2020, Düsseldorf, 02.03.2020

 

Eine Fahrradstation, Barrierefreiheit im Radtourismus und deutsch-niederländische Studierenden-Workshops: Das sind die Gewinnerprojekte des Deutschen Fahrradpreises 2020. Aufbruch Fahrrad wurde mit dem zweiten Platz geehrt.

Die Stadt Karlsruhe, die Ruhr Tourismus GmbH und die Universität Wuppertal wurden heute im Rahmen des AGFS-Kongresses in Essen für ihre innovativen Projekte der Radverkehrsförderung ausgezeichnet. 
Anlässlich der Verleihung sagte Bundesminister Andreas Scheuer: „Ich möchte mehr Menschen für das Fahrrad begeistern! Wir investieren so viel wie noch nie in unsere Radinfrastruktur, machen die Straßen mit der StVO-Novelle noch sicherer und bringen den Radverkehr in die Hörsäle. Wenn wir Deutschland zum Fahrradland Nr. 1 machen wollen, brauchen wir auch die Innovationstreiber in unseren Kommunen und Städten. Die Gewinner des Deutschen Fahrradpreises entwickeln Projekte, die bundesweit als Vorbild dienen können. So machen wir den Umstieg aufs Rad noch attraktiver.“
 
Einmal im Jahr zeichnet „Der Deutsche Fahrradpreis“ die besten Projekte der Radverkehrsförderung in den Kategorien „Infrastruktur“, „Service“ und „Kommunikation“ aus. Der erste Platz jeder Kategorie ist mit 3.000 Euro dotiert. Zudem werden die „Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ und die Gewinner des Foto- und Fahrradkulturwettbewerbs geehrt.
 
Die Auszeichnungen

„Fahrradfreundlichste Persönlichkeit“ 2020 ist Michael Kessler, bekannt unter anderem durch „Kessler ist…“ und „Switch“. In seinem Fernseh-Format „Kesslers Expedition“ fuhr der Schauspieler mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin sowie mit dem Postrad über die Alpen. Christine Fuchs, Vorständin der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS), überreichte dem Gewinner heute seine Auszeichnung: eine Fahrrad-Bronzeskulptur.
 
In der Kategorie Infrastruktur belegt die Stadt Karlsruhe mit der „Karlsruher Fahrradstation Süd“ den ersten Platz. Im ehemaligen Parkhaus verknüpfen 680 Stellplätze den Radverkehr nahtlos mit dem öffentlichen Personennahverkehr am Hauptbahnhof Süd. Laudatorin Karola Lambeck, Radverkehrsbeauftragte im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), hob den Modellcharakter des Projektes hervor und lobte die vielfältigen Serviceangebote der Fahrradstation, die den Umstieg aufs Rad noch attraktiver machen.

Den zweiten Platz belegt die Stadt Köln mit dem Projekt „Verkehrsfläche neu verteilt – Fahrradstraße setzt neue Maßstäbe für zu Fuß Gehende und Radfahrende“. Die Stadtverwaltung wandelte 50 Kfz-Stellplätze zu einem Multifunktionsstreifen mit Fahrradabstellplätzen, Sitzbänken und Parkscheinautomaten um. Dadurch entstand eine vier Meter breite Fahrradstraße.

Die GEWOBAG AG und BICICLI belegen mit ihrem Projekt „Nachhaltige Immobilienentwicklung denkt nachhaltige Mobilitätsentwicklung!“ den dritten Platz. Herzstück ist eine 320m2 große Fahrradgarage mit sicheren Abstellplätzen, Lademöglichkeiten für Pedelecs, Schließfächern und Duschen.
 
In der Kategorie Service wurde die Ruhr Tourismus GmbH für das Projekt „Barrierefreiheit im Radtourismus am Beispiel der Römer-Lippe-Route“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Durch eine geeignete Fahrbahnoberfläche und einen barrierefreien Rastplatz erleichtert der Radfernweg entlang der Römer-Lippe-Route Menschen mit Einschränkungen das Fahrradfahren. Zudem entwickelte und erprobte der Projektträger einheitliche Vorgaben zur Zertifizierung von Radfernwegen im System „Reisen für Alle“. „Menschen wollen in allen Lebenslagen auch mit dem Rad mobil sein und Barrierefreiheit ist ein wichtiger Baustein hierfür“, so Laudator Rudolf Jelinek, Erster Bürgermeister der Stadt Essen.

Den zweiten Platz belegt das Projekt „Radfahren neu entdecken“. Das Land Hessen und die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen ermöglichten es Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern, über einen Zeitraum von vier Wochen kostenlos verschiedene Räder auszuprobieren. 190 Pedelecs, E-Lastenräder und E-Bikes standen dafür zur Verfügung.

Der dritte Platz, das Projekt „Schule im Velodrom“ sensibilisiert Kinder auf spielerische Art für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und will für das Erlebnis Bahnradsport begeistern. Eine Kooperation aus Bund Deutscher Radfahrer, Landessportbund, Berliner Polizei, Landesverkehrswacht Berlin, Velodrom und den Six Day Berlin weckte an neun Projekttagen die Radbegeisterung von mehr als 1.800 Schulkindern.
 
Kategorie Kommunikation
„Bessere Radverkehrsplanung in den Kommunen fängt in den Köpfen an – Die Erstplatzierten „Freshbrains“ aus Wuppertal nutzen frisches Wissen von Studierenden und jungen Fachkräften sowie gemeinsames Lernen mit Praktikern vor Ort, damit durch erfolgreiche Maßnahmen das Fahrradfahren attraktiver wird.

Platz zwei belegt die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“, die einen riesigen Erfolg mit Forderungen für besseren und mehr Radverkehr in Nordrhein-Westfalen erzielt hat. Der Landtag hat die über 200.000 Unterschriften entgegen genommen und mit großer Mehrheit beschlossen, ein Fahrradgesetz auf den Weg zu bringen. Das bringt großen Schub für den Radverkehr in NRW“, so Laudator Dr. Dirk Günnewig, Abteilungsleiter beim Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Die Drittplatzierten „Besser zur Schule“ überzeugten die Jury mit ihrem umfassenden Beratungs- und Unterstützungsangebot für Schulen, Schulträger und Kommunen. Mit einem umfassenden schulischen Mobilitätsmanagement soll die eigenständige und sichere Mobilität der Schülerinnen und Schüler gefördert werden.
 
Der Deutsche Fahrradpreis ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS). Als Sponsoren des Wettbewerbs für die Sachpreise in den Kategorien Foto- und Fahrradkulturwettbewerb engagieren sich der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) und der Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF).
 
Bilder von der Abendveranstaltung sowie alle ausgezeichneten Projekte stehen auf der Internetseite www.der-deutsche-fahrradpreis.de bereit.

 


https://kreis-unna.adfc.de/pressemitteilung/die-gewinner-des-deutschen-fahrradpreises-2020-1

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Wie kann ich schnell und einfach Mitglied werden?

    Am einfachsten ist es, das Online-Formular des Bundesverbandes ausfüllen (Button 'weiterlesen'). Je nach Wohnort werden Sie automatisch Ihrem Kreis- und Ortsverband zugeordnet. Sie erhalten nach dem Absenden des Formulars eine Bestätigung per E-Mail und innerhalb von 14 Tagen Ihre Mitgliedsunterlagen.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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